Bücher selber machen – viel Arbeit?

Tja, man glaubt gar nicht, wie viel Arbeit es macht, ein Buch selbst zu erstellen und zu gestalten!
Es ist eine Sache, wenn man „nur“ die Geschichte schreibt (was in Anbetracht meiner Rechtschreibproblematik sowieso schon ein Abenteuer ist) und eine Andere, wenn man das Verlegen, Textsatz, Lektorat, Korrektorat (ja! Lektorat und Korrektorat sind etwas von Grund auf Verschiedenes!), Illustrationen und das komplette Buchlayout übernimmt!
Der Text selber ist da beim Schreiben nur die halbe Miete. Ich ziehe vor jedem den Hut, der die ganze Arbeit im Alleingang unternimmt, und bin heilfroh, dass ich Yuki an meiner Seite habe!
Allein das Lektorat, in dem der Gegenleser die Geschichte noch mal auf Herz und Nieren prüft und gegebenenfalls Sinnfehler und fehlende Tiefe anstreicht, so wie unglücklich gelaufene Sätze, (meist Überreste aus der eigenen Korrektur) machen unheimlich viel Arbeit. Wie gesagt, zuvor erfolgt vom Autor die Eigenkorrektur, aber das Problem ist immer, dass, wenn man sich zu stark mit seinem eigenen Text beschäftigt, man schnell blind für Offensichtliches wird.
Erst wenn sämtliche Sinnfehler später vom Autor wieder bereinigt wurden, folgt am Ende, beim erneuten Gegenlesen, das Korrektorat, bei dem „lediglich“ Grammatik und Rechtschreibung korrigiert werden. Die meisten groben Fehler findet Yuki auch schon beim Lektorat, aber den feinfusseligen Kleinkrieg macht sie meist im zweiten Durchlauf. Anders ist es ja auch nicht möglich. Wenn vorher Sinnfehler drinnen sind, wäre ein Korrektorat an diesen Ställen hinfällig, da ja diese Stellen sowieso umgeschrieben werden.

Wenn das erledigt ist, muss (zumindest bei mir) der Text noch in Form gebracht werden (ich schreibe meinen Text in Curier New, lässt sich für mich leichter lesen und korrigieren). Viele Autoren schreiben im linksbündigen Flattertext (so wie ich noch bis ende 2009), für einen Roman ist das aber falsch! Also muss man den Text erstmal in Blocksatz umformatieren. Dann sind die Einschübe, die man mit der Tabtaste macht (die mit den zwei entgegengesetzten Pfeilen auf der linken Seite der Tastatur *gg*), von der Grundeinstellung her viel zu groß! Zumindest, insofern mann kein A4 großes Buch gestalten will. Faustregel bei einem kleinen Taschenbuch ist 4mm, da ich aber beschlossen habe A5 große Bücher zu schreiben, werden meine Einschübe 5mm breit sein.
Sind diese Kleinigkeiten auch erledigt (wenn sie nicht schon beim Schreiben beachtet wurden), dann wird der Text in die bevorzugte Schriftart umgewandelt, bei 90% der Fälle dürfte das Times New Roman sein. Auch hier wird der Text wieder auf Normseiten und eine gute Lesbarkeit formatiert. Am Besten ist ein Zeilenabstand von 1,15, 60-90 Zeichen pro Zeile (ich rate hier aber, eher bei den 60 zu bleiben …), 30-35 Zeilen pro Blatt und mindestens Schriftgröße 10, eher größer. Dabei sollte man auch die Seitenränder einstellen und überlegen: Wie viel Abstand habe ich bis zur mittleren Falz im Buch? Ist mein Text auch mit geringerem Abstand zur Mitte hin gut lesbar? Oder sollte ich lieber etwas mehr Platz einräumen? Reicht der Seitenrand aus? Wie viel Platz lasse ich am oberen und unteren Rand, dass mein Buch auch noch gut aussieht?
Wenn man die Abstände geklärt hat, muss man sich auch noch Gedanken um die Seitennummern machen. Am einfachsten hat man es, wenn man sie einfach nur mittig setzt. Denn wenn man sie an die Seiten setzen möchte, muss man aufpassen, dass man sie zuvor schon auf die richtigen Seiten einstellt 😉 sonst landen sie in der Mitte bei der Falz im Buch *gg* und wenn man Pech hat, sieht dan am Ende nichts mehr davon.

Ist auch das erledigt, kommt meines Erachtens das schwierigste Thema (nach der Korrektur): Das Cover!
–   Es muss die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
–   Beim zweiten Blick muss es auch neugierig machen und die Leute ansprechen.
–   Wenn man eine Buchreihe macht, empfiehlt es sich, dass das Titelbild auch einen gewissen Wiedererkennungswert hat.
Das bedeutet dann, dass man zum Teil viele Tage und Nächte nun allein mit dem Zeichnen verbringt. Und glaubt mir, solange ihr selbst und euer Partner mit dem Bild nicht zufrieden seid, kann es echt langwierig werden gg*
Doch allein mit dem Zeichnen ist die Arbeit noch nicht getan, jetzt muss man das Bild mit einer guten Qualität scannen (mindestens 300dpi (sw) besser aber 600dpi (Farbe)!).
Hat man auch das Bild nun gescannt, braucht man natürlich noch einen Klapptext. Der ist ebenfalls nicht ganz einfach. Er sollte den Anfang des Buches knapp wieder geben, ohne jedoch den wesentlichen Inhalt zu verraten, muss dabei aber den Leser so neugierig machen, dass er das Gefühl hat, das Buch kaufen zu wollen. Ums metaphorisch auszudrücken: Bei einer Bewerbung muss der erste Eindruck passen, dass man eine Chance hat, genommen zu werden.
Wer nun Cover und Klapptext hat, der muss, sofern er eine möchte, sich nur noch die ISBN beschaffen und sie auf der Rückseite einfügen.
Bei Epubli gibt es nun mehrere Möglichkeiten:
– Entweder man lädt ein Cover komplett als PDF Datei hoch (hier muss man vorher die Maße über den Coverrechner errechnen lassen). Da muss man dann aber darauf achten, dass das Deckblatt Links und die Rückseite auf der rechten Seite ist! Und um ein Cover auf diese Art gut zu gestalten, sind schon Grafikkenntnisse von Nöten. Da falle ich wieder aus dem Rahmen, denn ich kann das nicht, aber Yuki kennt sich ein bisschen damit aus 😉
– Man kann natürlich auch hingehen und auf ein Bild verzichten. Man wählt einfach nur eine Farbe, ein Titel und postet dann den Klapptext und die ISBN auf das Cover. Fertig. Einzigartig wirkt dann das Buch zwar nicht, aber wer einen guten Klapptext schreibt und auch die Geschichte ordentlich ist, der wird sein Buch auch so verkaufen 😉
– Dann gibt’s noch die Möglichkeit, das Cover im Text selbst einzubinden. Oder die Frontseite und Rückseite einzeln hochzuladen. Wie man sieht, ist hier für jeden etwas dabei 🙂

Tja und erst dann, wenn wirklich alle Arbeiten erledigt sind, erst dann kann man das Buch als Datei hochladen und dann dauert es noch mal 14 Tage und es ist endlich im Handel erhältlich :DDa ich für meinen Hauptroman schon seit ungefähr Mitte 2009 arbeite, könnt ihr euch nun ausrechnen, wie viel Arbeit das genau macht 😉 Wohl gemerkt, das Yuki und ich noch einen Beruf, Privatleben und diverse Hausarbeiten zu erledigen haben!

Und selbst das Einstellen der Bücher im Handel ist nur die Halbe Miete (Ja, wir zahlen gesamt 150% Miete :D) … Jetzt geht das Werbung machen erst richtig los 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s