Autoren haben Verantwortung

Dies ist ein Thema, das mir in letzter Zeit andauernd im Kopf herumspukt. Wir als Autoren, egal ob Hobby- oder wirklicher Berufsautor, haben alle eine Verantwortung gegenüber unserer Leser. Ob wir diese Verantwortung ernst nehmen und ob wir dieser gerecht werden, entscheidet sich oft ganz banal in den Reaktionen unserer Leser.
Wenn wir eine Geschichte schreiben, wecken wir in unseren Lesern gewisse Erwartungen und Vorstellungen, denen wir gerecht werden müssen.
Ein aktuelles Beispiel wie man es nicht macht, lieferte EA mit Mass Effect 3 … Ja auch ich bin ein Fan dieser Reihe und habe sie von Anfang bis Ende mitverfolgt! (Wenn auch nicht gespielt ^^ fürs Spielen ist mein Mann zuständig ;)) Teil 2 hat in jedem Spieler Erwartungen geweckt, die mit dem Ende von Teil 3 einfach zertrümmert wurden … (Ich hab am Ende da gesessen und mich gefragt, was der Mist soll …) Jeder der Das endtäuschende(n) (3) Ende(n) erlebt hat, weiß, um was es geht …
Jedenfalls haben die Autoren dieses Schlusses von der kompletten weltweiten Fangemeinde dafür die Rechnung bekommen. Die Community hat sich Lautstark zu Wort gemeldet und ein anderes und vor allem würdigeres Ende für die Mass Effect Reihe gewünscht und EA Arbeitet an einem neuen DLC (alternatives Ende und ich hoffe, dass es besser wird, als das, was sie uns bis jetzt präsentiert haben …).
Wir Autoren sollten uns immer vor Augen halten, dass wir die Erwartungen der Leser zumindest erfüllen sollten. Ideal ist natürlich immer die Erwartungen zu übertreffen 😉 Aber das schaffen nur die wenigsten.
Wobei „Erwartungen erfüllen“ oder „Übertreffen“ ein zweischneidiges Schwert ist. Ein Beispiel hierfür ist das Buch „Wolfsherz“ von Wolfgang Hohlbein. Ich war einmal in einem Forum, in dem dieses Buch vorgestellt, aber zugleich auch von den Lesermeinungen her vernichtet wurde. Ich war dort die Einzige, die das Ende absolut geliebt hat. Was wiederum daran lag, dass ich den Schluss in einem anderen Licht sah, als der Rest der Leser (ich habe nichts dagegen über den Tellerrand der Menschen hinauszuschauen …). Ich müsste jetzt Spoilern, wenn ich verraten wollte warum *gg*
Jedenfalls will ich damit ausdrücken, das ein Schluss, der den einem gefällt für andere wieder abstoßend sein kann, egal wie sehr man sich ansträngt. Man kann es eben nicht jedem Recht machen. Trotzdem sollte man immer versuchen die Erwartungen seiner Leser zu erfüllen oder zu übertreffen und den Schluss stimmig zur Geschichte gestalten – und kein abgehacktes nichtssagendes „Ich hab keinen Bock mehr“-Ende zu präsentieren (wie bei MF3)… Damit tut man sich selbst keinen Gefallen und verliert im Zweifelsfall all seine Leser …

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4 Antworten zu “Autoren haben Verantwortung

  1. Ich denke, die wenigsten Leser mögen völlig offene Enden, bei denen man den Eindruck hat, der Autor hatte keine Lust mehr, oder Bücher, bei denen am Ende (fast) alle tot sind – wobei Letzteres bei bestimmten Storyverläufen durchaus angemessen und dann auch gut sein kann. Allen recht machen kann man es natürlich nie, aber ich denke, wenn man am Ende die „roten Fäden“ zusammenführt, kann man seine Leser zumindest nicht völlig enttäuschen. 😉
    Von Wolfgang Hohlbein kenne ich nur „Dunkel“. Das Ende war … okay, aber gefallen hat es mir deshalb trotzdem nicht. Vor allem wegen der Verlobten des Hauptcharakters.

    • *Nick* Genau das war ja bei ME3 das Problem. Die roten Fäden haben zusammengeführt ja – aber im Prinzip war alles was man getan hat umsonst als sie verknüpft wurden. Hier fehlte eindeutig ein gescheiter Epilog, der zeigt, wie es den Überlebenden erging. Man erfährt nämlich schlichtweg überhaupt nichts über seine Mühen … (Mal abgesehen davon das fast alle Sterben – aber OK es ist ein Krieg epischen ausmaßes, da hab ich auch nix anderes erwartet).
      Im Prinzip ist alles gut – bis zu dem Zeitpunkt, kurz bevor man auf die Citadelle hohgebracht wird und das „Geheimnis“ hinter den Gegnern erfährt …
      Sagen wir mal so – gabs eine Spannungskurve die einen Mitfiebern lässt, ist an ihrem höhepunkt aber durchgebrochen und lässt den Spieler mit 500 Frage- und Ausrufezeichen zurück … Vor allen Dingen, da es im Prinzip keine 3 verschiedenen Enden gibt, wie versprochen, sondern nur ein Ende, bei dem man jeweils einen anderen Farbfilter drübergelegt hat …

      Eigentlich war die ganze Spielreihe so aufgebaut, dass der jeweilige vorhergehende Speicherstand aus dem älteren Teil den neueren Beeinflusst. Ob positiv oder negativ lag im Spiel des Spielers. Beim dritten haben aber dank dem Ende die vorhergehenden Spielstände überhaupt keinen wert … Bzw. schon generell im Spiel zum Teil erheblich weniger Einfluss (bis gar keinen …), als man erhofft hatte. Denn einige Dinge hätten einfluss haben müssen! (Will ncith mehr verraten um neugierigen nix zu spoilern ^^)

      Bei Wolfsherz gabs auch eine gravierende weibliche Hürde, die man überstehen musste – die Ehefrau des Haupthelden – *gg* Aber später weiß man dann, warum sie so unerträglich ist und hat dann sogar Mitleid – der Schluss hat in meinen Augen alles Entschuldigt ^^

  2. Huhu,
    du hast ja total Recht! Ich habe mit Freude „Die Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan“ gelesen. Aber das Ende war extrem enttäuschend.
    Da hat man 3 dicke Schincken, kämpft sich mit den Charakteren da durch und am Schluss ist der „Endkampf“ gerade mal 2 Seiten lang und aus is die Geschichte.
    Genauso wars bei „Magie“ ebenfalls von der gleichen Autorin. Das Buch ist ansich ja gut, aber das Ende mal wieder so… Keine Ahnung, „gewollt aber nicht gekonnt“, triffts auch nicht richtig. Nennen wir es einfach enttäuschend.
    Offene Enden finde ich manchmal gar nicht so schlecht. Zu manchen Büchern würde etwas anders als ein offenes Ende auch gar nicht passen.

    Aber es gehen halt die Geschmäcker wie überall auseinander. Während die Mehrzahl der Herr der Ringe Leser sicher das Ende am Schluss für gut befinden – war bei mir ein unglaublicher Klos im Hals. Ich fand das Ende schrecklich. Jetzt nicht in Form von schlecht, aber für mich was es total traurig. Frodo kann doch nicht so einfach verschwinden und Sam und Co. alleine zurück lassen. 😦

    Allerdings stelle ich an mich auch extrem hohen Ansprüche was die Enden betrifft, wenn ich dann mal eine Geschichte zuende erzähle. 😉

    So und jetzt halt ich mal meine Finger still. 😉

    Grüßle
    Avellana

    • Ave Avellana 😀
      Ja oh ja xD
      Ich mag auch nichts weniger, als wenn sich das Buch wunderbar Steigert aber am Ende der Endkampf mit ein paar Zeilen getan ist … Oder abrupt abbricht.
      Ich habs da schon lieber wenn noch was stimmungsvolles am Schluss kommt. Sowas mit einem lachenden und einem weinenden Auge 🙂
      Ich hab bis jetzt auch nur ein Buch in meinem leben komplett weggelegt. Mich hat es einfach wahnsinnig gemacht, das alle interessanten Charaktere sterben mussten und am Ende nur die Nullhirne übrig blieben … Alles was etwas interesannter war: tot … (Wobei die eine wenigstens ein würdiges Ende gefunden hat!)

      Ich glaub die hohen ansprüche hat jeder Schreiber – nur sind diese sehr individuell und die Leser können manchmal ganz anderer Meinung sein *gg*

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