Mittelaltermarkt in Bad Dürkheim auf der Hardenburg Teil1

Am Samstag den 29. September und am Sonntag den 30. September befand ich mich auf der Hardenburg. Ich hatte beschlossen meine Rolle noch besser auszuspielen, als „Cani“ der Tochter von Isegrim. Ob es mir gelungen ist, dürft ihr gerne selbst entscheiden 🙂

Tag 1:
Die Anreise verlief etwas holprig, da ich aus Versehen die falsche Adresse aufgeschrieben hatte. Zum Glück fand ich beim Verfransen eine ältere Dame mit ihrem Enkel, der einen Ritterhelm trug und beide schienen in Aufbruchstimmung. Sie erklärte mir, dass ich zum großen Weinfass müsse und dort mit dem Bus weiter fahren, da es bei der Hardenburg keine Parkmöglichkeiten gibt.

Um kurz vor 18 Uhr erreichte ich endlich die Bushaltestelle und stieg ein. Es überraschte mich angenehm, dass die Fahrt kostenlos war und auch der Busfahrer sich in einer sehr freudigen Stimmung befand. Als wir alle ausstiegen, stellte ich fest, dass wir einen langen Aufstieg vor uns hatten. (Für jemanden, der seit 3 Uhr morgens wach ist, und 9 Stunden gearbeitet hat, Zuhause noch an der Gewandung gewerkelt hat und dann direkt losgedüst ist, war dieser Aufstieg ganz schön ansträngend!). Doch bevor es nach oben ging, hieß es erstmal die Wolfshände, die Armschienen und die Wolfsmaske anzulegen 😉
Auf dem Weg nach oben begegnete ich auch wieder der Dame mit dem kleinen Ritter und wünschte beiden viel Spaß auf der Hardenburg und grüßte auch gleich ein paar mir entgegenkommende gewandete und neugierige Kinder. Einstimmung ist alles ^^
Zu Beginn gab es gleich eine positive Überraschung: Gewandete bekamen 1 Euro Rabatt beim Eintritt! Hab mich natürlich bedankt und wurde auch gleich von neugierig dreinblicken Fußvolk aufgehalten. Ich versprach sogleich das Ich keinen Ärger machen würde, sondern nur aufs Fest wollte 🙂 (Und da mich die Security unten beim Einkleiden schon gesehen hatte denke ich, dass es für alle kein großes Problem war *gg*). Die Kartenverkäufer waren auf jeden Fall ganz fasziniert von meinem wölfischem Äußeren 😀
Am Eingang wurde man sogleich von lieblicher Harfenmusik empfangen. Ich spähte in die ersten Geschäftszelte und spazierte durch das Eingangstor. Auf der anderen Seite begegnete ich einer Traube Menschen, die einer Aufführung zusahen. Natürlich wollte ich mir das nicht entgehen lassen und gesellte mich in die vordersten Reihen hinzu (es ist interessant, das die meisten lieber ein Stück weiter hinten stehen – und ich oft erst nach dem dritten Blick richtig bemerkt werde *gg*). Den Mittelpunkt der Traube bildeten Dr. Dr. Bombastus Theophrastus Lutzelot und sein zu heilendes „Opfer“ Bruder Leonardo, der gerne mal über den Durst hinaus trinkt (seine Arbeit ist Weinvorkoster *gg* daher trinkt er nahezu zu jeder Tageszeit ^^). Es war sehr lustig und es lief am Ende darauf hinaus, das mir ein Stück Enddarm (schwarzer Luftballon gefüllt mit Wasser) genau zwischen den Wolfsohren landete (nicht beabsichtigt, dadurch besonders witzig :D). Es gab von allen Seiten großes Gelächter (dafür gab ich dann auch gerne Trinkgeld ab ^^). Wir unterhielten uns nach der Aufführung noch ein Weilchen und ich versprach bei der Schlussaufführung um 20 Uhr wieder mit dabei zu sein. Da sollten alle Protagonisten noch mal ihr Bestes geben.
Da es bis dahin noch reichlich Zeit war und ich vom Burghof und der Burg noch nicht viel gesehen hatte, begann ich meinen Rundgang und ging auf den ein oder anderen Burgbesucher ein, der mich schief ansah, anlächelte oder den Ausspruch „Schaut mal ein Fuchs!“ über die Lippen brachte xD (solche Ausrufe wurden immer wieder mit „Ich bin ein Wolf! Mein Name ist Cani und ich bin die Tochter des Isegrim!“ beantwortet – oder die Kurzfassung „Ein Wolf! Ich bin eine Tochter des Isegrim!“
So richtig zum Rollen kam meine Spielerei, als ich beim „Hau den Lukas“ anhielt, um mein Glück zu versuchen. Es kampierten bereits einige Kinder an dieser Stelle und starrten mich mit großen Augen an und so beschloss ich zwei von ihnen, die zu meiner Linken am Heuballen standen, einzuspannen.
Ich: „Junge Maiden, bitte habt Acht auf mein Schwert und meinen Trinkschlauch, während ich mein Glück versuche!“ – und was soll ich sagen, die Beiden nahmen ihren Job sehr ernst 😉
Beim Hau den Lukas hatte ich die 10 einkassiert und landete zwischendurch  auch mal irgendwo zwischen 10 und 20 *gg* kaum waren meine Schläge abgefertigt befand sich eine kleine Armee an Kindern um mich herum 😀 Daraus resultierte ein eifriges Fotoshooting mit den Kindern und ein Anknurrmarathon gegen die Eltern. Es wurden Fragen gestellt, beantwortet und wir hatten alle zusammen eine menge Spaß 🙂 Einige Kinder waren sogar dermaßen fasziniert, dass sie vergaßen in die Kamera zu schauen und dauernd auf mich starrten. Es dauerte ein Weilchen bis ich die Blicke von mir lösen und auf die Eltern richten konnte. Es gab auch ein großes „Grapschen“ weil jeder mal den Wolf streicheln und die Krallen anfassen wollte. Alles in allem ein Spaß für jeden 😉
Nachdem die Kinderwelle bewältigt war, zog ich weiter um mir die Geschäfte noch ein wenig anzusehen und ein paar Dinge wie Bogenschießen und Messerwerfen auszuprobieren. Letzteres ist definitiv nichts für mich – ich hab nämlich noch nie etwas von „gerade werfen“ gehört *gg* – obwohl ein Messerchen genau ins Rote ging! Allerdings nicht stecken blieb. Ich rechne es mehr dem Zufall zu.
Ein Ritter fragte mich, ob die Pest ausgebrochen sei, doch ich musste verneinen und erklärte ihm, ich sei ein Wolf. Das Spiel wurde einen Tag später weiter geführt.
Die Zeit reichte gerade noch, um mir die Geschäfte anzusehen und einen Rundgang übers komplette Gelände zu machen (außer durch die Burg selbst – die wollte ich am nächsten Tag noch einmal unter Augenschein nehmen) und mir eine Keilerzahnkette zu kaufen. Auch das kleine Heerlager nahm ich unter die Lupe und hatte meinen Spaß mit einer Handvoll Kindern und einem Mann, der sich als Vater entpuppte.
Er sprach: „Seht nur Kinder! Da naht ein böser Wolf!“
Ich: „Ihr habt recht. Ich bin ein böser Wolf, doch ich versprach keine Menschen zu essen die sitzen oder stehen.“
Er: „Kinder, ihr habt es gehört: Legt euch hin!“
Und so begann ein kleines hin und Her zwischen mir und den Kindern. Doch da die Kinder zu schlau waren, ging ich „leider“ mit leerem Magen und hängendem Kopf davon 😉
Im Lager sprach ich mit dem ein oder anderen Festspieler, begutachtete die Kinderverwahrung (ein Eisenkäfig in dem die Kleinen sicher verwahrt werden konnten und auch der ein oder andere drinnen landete *gg*) und verließ das Lager wieder. Da kam mir eine junge Frau entgegen die mich freudig grüßte und mich ebenfalls sofort als Wolf erkannte! (Nach dem, was ich alles erleben durfte, keine Selbstverständlichkeit ;)) Da sie gerade ein Nachtlager aufsuchte und die Zeit dahinfloss versprach ich ihr am nächsten Tag wieder vorbei zu kommen. Wann trifft man schon mal einen Menschen, der ein innerer Wolf ist?
Dann war es auch schon 20 Uhr (unglaublich wie schnell die Zeit verstreicht wenn man Spaß hat!) und das nächste Festspiel begann. Die Band „Capud Draconis“ gab ihr Bestes um die Menge für sich zu gewinnen und einer der Festspieler begann vor dem Volke einen einfachen Tanz zu starten. Er forderte alle auf mitzumachen und es juckte mich wirklich in den Pfoten bei dieser Aufforderung. Sogleich kam noch eine Festspielerin  hinzu und als sie neben ihm stand, gab es für die Wölfin kein Halten mehr und ich stellte mich daneben und machte tatkräftig mit. Allerdings war ich todmüde und konnte mir die einfache Klatschfolge nicht merken. Dennoch hatte ich viel Spaß an der Sache, so wie das Publikum und die Festspieler auch! Ich glaube der Tanz ging an die 10 Minuten und war recht Kräftezehrend. Ich hab trotzdem durchgehalten – und mir gleich wieder ein kleines Publikum geangelt, nachdem der Tanz vorbei war. So konnte ich an den nächsten Aufführungen nicht mitmischen ^^ Aber es war schön sich mit den ganzen Kindern zu beschäftigen 😀 Ein kleiner Junge wollte mich mit seinem Schwert herausfordern, Papa hat das zu meinem Glück verhindert *gg* und ein kleines Mädchen wollte gar nicht mehr von mir ablassen. Selbst der verschollene Bruder schien dank mir unwichtig zu sein, doch ich entsandte sie zu ihrer Mutter um den Bruder wieder zu finden.
Am Ende der Aufführung bildeten wir eine Gasse und „Capud Draconis“ schritt mit dem Herold voran um noch eine letzte Runde durch den Burghof zu beschreiten. Ich heftete mich dicht auf die Fersen dieser Prozession und lief neben dem Tamburinspieler und seiner Maid her. Als ich nach einiger Zeit einen Blick zurückwarf stellte ich fest, dass das restliche Volk nicht wusste wie eine Prozession gestaltet wird, denn sie blieben am Eingang der Burg zurück und warteten darauf, dass wir wieder kehrten.
Als „Capud Draconis“ zum Stehen kam hielt ich mit dem Tamburinspieler ein klein wenig Abseits an. Der Spieler setzte ein und auch ich begann im Rhythmus zu klatschen und zu wippen und zu wackeln. Das schien auch das restliche Volk zu animieren, den Plötzlich setzte an allen Ecken und Enden wildes Tanzen ein und so klang der Abend noch wunderbar aus 🙂
Nachdem die Band sich verabschiedet hatte, lösten sich auch die Menschenmassen einmehlig auf und ich kaufte noch ein Stück Gewandung für die Zuhausegebliebenen ein. Dann ging es zum Bus.
Leider hatte ich Pech und der eine Bus fuhr davon als ich mich auf halben Weg befand. Doch die Security versicherte mir, dass der Zweite in 20 Minuten kommen würde. Somit setzte ich mich an die zweite Bushaltestelle, nahm die Maske ab und verstaute die Armschienen im Tütchen und wartete.
Ironischerweise stellte ich fest, das alle Besucher, die die Burg verließen auf dem anderen Busparkplatz warteten. Zum Glück für mich fuhr der Bus aber sowieso an dieser Bushaltestelle vorbei und der Fahrer erkannte mich gleich wieder *gg*
Busfahrer: „Na? Was machst du denn hier so alleine?“
Ich: „Die haben gesagt ich solle hier warten.“
Busfahrer: „Oh du Arme, steig ein!“
Ich steige ein und kaum hab ich die Ebene der Besucher erreicht schallte es von allen Sitzen und Plätzen überraschend in freudigen Klängen „Die Wölfin!“ Ich war total überrumpelt!
Das war Tag 1 🙂
Freundlicherweise habe ich sogar das erste Foto zugesant bekommen! Nochmal einen herzlichen Dank!
Ja, das war eure Falk auf der Hardenburg!
Als: „Cani. die Tochter des Isegrim.“

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