Hardenburg in Bad Dürkheim 30 September 2012 / Tag 2

Der erste Tag war ein voller Erfolg, sodass ich beschloss, am nächsten Tag wesentlich früher zu erscheinen. (Mal abgesehen davon das ich mich ohnehin mit einer Kollegin treffen wollte ^^). Von dem vielen Geklatsche und Gehampel tags zuvor tat mir an diesem Morgen zwar alles weh, aber wie heißt es so schön? „Larp ist, wenn man´s trotzdem macht!“ (auch wenn es ein Mittelaltermarkt ist, ^^). Um 11 Uhr eröffnete der Markt und um ca. 12 Uhr befand ich mich auf dem Parkplatz beim Weinfass. Im Nachhinein war es klug gewesen so früh aufzutauchen, denn ich ergatterte noch einen der letzten hinteren Parkplätze!
So voll, wie der Parkplatz schon war, so lang war auch die Schlange an der Bushaltestelle. Von den Besuchern erfuhr ich, dass dank des Andrangs gleich zwei Busse unterwegs waren. Nach der Menschenkette zu muten hätte ich noch auf wenigstens zwei Ladungen warten müssen, bis ich überhaupt einen der Busse erreichte. Also begann ich in meine Rolle zu schlüpfen (Maske auf, Handschuhe und Armschienen an) und ein bisschen Unterhaltung in der Schlange zu betreiben. Die Drei Kinder an meinen Platz hat es sehr gefreut ^^ (auch Eltern und Großeltern ;))
Dann kam endlich einer der Zwei Busse und begann eine weitere Ladung zu verschlucken. An dieser Stelle geschah für mich ein kleiner Glückstreffer.
Ein Teil der Schlange vor uns wart verschlungen und der Busfahrer rief aus: „Für einen Einzelnen hab ich noch Platz!“
Neben mir wurde die Frau gleich aufmerksam: „Hast du gehört? Ein Platz ist noch frei! Vor mit dir!“
Und ich ergatterte tatsächlich den Platz neben dem Busfahrer! Ist ein schöner Panoramablick durch die Straßen gewesen. An diesem Tag war ich wohl auch die Einzige, die allein kam. Der Rest der Besucher war in größeren Schwärmen unterwegs. Glück muss man haben 🙂
Nach einem kleinen Zwischenfall mit einem Motorradschwarm erreichten wir die Haltestelle an der Burg und ich eilte sogleich nach oben, um auch einer der Ersten in der Ticketschlange zu sein. Da erwartete mich die nächste Überraschung: Ein Trupp Orks und ein Troll waren anwesend! Vor Freude sprang ich einmal in der Schlange hoch und ließ einen Jubelschrei ertönen.
Kommentar eines der Passanten: „Ich hab noch nie gesehen, dass sich jemand so über Orks freut!“
Leider wirkte das auf die Orks und den Troll wohl weniger einladend. Die Männer unter den Masken wirkten nach diesem Hopser etwas abgeschreckt *gg* (naja, was muss ich auch wie ein kleines Mädchen durch die Luft hopsen n,n“ … Aber das waren Orks und ein Troll *_* und ich wette damit, dass der eine Ork der jene war, den ich auch in Speyer getroffen hab 😉 Da ich aber eine neue Maske trug, hat er mich sicher nicht erkannt *gg*).
Als ich dann an der Ticketkasse ankam, erwartete mich die nächste Überraschung. Wieder ein Eintrittsrabatt! Diesesmal sogar weniger als gewandete! Voller Begeisterung bedankte ich mich, holte den Stempel ein und „stürmte“ in den Burghof.
Dr. Dr. Bombastus war wieder dabei sein armes krankes Opfer Bruder Leonardo zu quälen, doch da ich mich mit einer Kollegin treffen wollte (deren Handynummer ich leider nicht besaß), eilte ich erst einmal durch den kompletten Burgkomplex und konnte sie nicht finden. Dafür traf ich überraschend auf eine andere Kollegin, die sogleich ein Foto von mir schoss.
Die ersten Stunden vergingen relativ ereignislos, da ich mich erst mal meinen Kolleginnen anschloss und mir zwei signierte CD´s von „Capud Draconis“ beschaffte. Nachdem mich die Gruppe am Abend zuvor so begeistert hatte, musste das einfach sein.
Gegen Nachmittag führte uns unser Weg wider zum Burgtor, an dem der Herold „Chnutz Von Hopfen“ gerade wieder einen Tanz mit den Bürgern organisierte, in Begleitung der Musik von Capud Draconis. Leider stand ich zu weit hinten, als das ich daran teilnehmen konnte und suchte mir solange einen Platz in der vorderen Reihe. In jenem Moment trennte ich mich auch von meiner letzten Kollegin, die nun die Burg selbst besichtigen wollte, und war von da an wieder auf mich allein gestellt.
Tja und da kam wieder ein drolliger Moment und keiner hatte ne Kamera dabei! (Meine befand sich ja in der eigenen Tasche ^^)
Der Herold Chnutz Von Hopfen kündigte nun ein mittelalterliches Verhör an. Wer etwas vorzutragen habe, hätte nun die Möglichkeit dazu. Einer der Brüder (Kreuzritter) trat vor und beklagte sich, dass einer seiner Ordensbrüder seine Frau gefreit hätte (das in etwas unziemlichen Worten, sodass der Herold es mit den verschleierten Ausdruck “Neben ihr Gelegen“ umschrieb) und dass er sie dabei auch noch in flagranti erwischt hätte. Nun brauchte er Fürsprecher, die dafür Bürgten, dass er die Wahrheit spräche und drei weitere Ordensbrüder traten aus den Reihen hervor und gelobten seiner Worte Wahrheit.
Doch auch der Angeklagte durfte sein Wort erheben und befand sich für Unschuldig. Auch er bekam einige Fürsprecher. Einen Ordensbruder und drei Frauen, die behaupteten er wäre ihr „Bettvorleger“ gewesen. (Interessante Vorstellung).
Nun durfte das Volk entscheiden, ob der Ehemann die Wahrheit sprach. Einige Hände erhoben sich für den Ankläger. Anschließend fragte der Herold, wer der Unschuld des Angeklagten glaube. – Nun da ich für mich beschlossen hatte die Tochter des Isegrim, aber zugleich ein Vertreter der bösen Wölfe aus den Märchen zu sein (in jeder Familie gibt’s ein schwarzes Schaf) hob ich bei der Unschuldsfrage gleich beide Pranken in die Luft und einer der Ankläger rief entsetzt: „Wölfin! Was tut Ihr da!?“ (Zur Info für alle die die Geschichte um Isegrim nicht kennen: Er war ein treuer Ritter des Löwenkönigs Nobel. Somit sollte die Tochter eigentlich ebenfalls Rechtschaffen sein und für den Ankläger stimmen.)
Ich grinste und hob die Schultern. Etwas Spaß muss sein.
Bei der Frage des Herolds, wem das alles „Sch… egal sei“ gab es wieder ein Rundum-Gelächter und es hoben sich sogar einige Hände.
Da die Stimmwahl eindeutig ausfiel und der Angeklagte für Schuldig befunden wurde, landete der Kreuzritter am Pranger. Doch auch der Ehemann bekam eine Strafe, da er es nicht geschafft hatte, auf seine Frau achtzugeben (arme Menschen im Mittelalter, da wird man für die Fehler anderer bestraft). Nach altem Brauch wurden solche Ehemänner rittlings auf einen Esel gesetzt und durch die Stadt getrieben.
Der Herold richtete sich zur vollen Größe auf (er war schon groß, doch jetzt war ein Riese!), streckte den Arm samt Zeigefinger in meine Richtung und meinte: „Du! – du siehst wie ein Esel aus!“
„Ich bin ein Wolf!“
„Die Ohren sind etwas kurz, aber das geht schon! Komm her!“
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und schwupp befand ich mich in der Mitte. Der Ehemann und ich wurden Rücken an Rücken gestellt und wir verhakten die Arme.
„Aber ich bin so klein! Wie soll ich ihn tragen?“ Noch nicht mal wirklich ausgesprochen befand ich mich auch schon in der Luft.
Der Herold rief über den Platz, während der Kreuzritter mit mir auf dem Rücken durch die Menge rannte: „Wer ist nun der Esel und wer der glücklose Ehemann? Entscheidet selbst!“
Alle hatten dabei einen riesen Spaß und ich hab mich tierisch gefreut, durch die Gegend getragen zu werden 😀
Ich wünschte ja nur ich hätte ein Foto von dem tollen Ereignis. Falls sich also jemand findet der da war und dies ließt: Biiiitteeee! Schickt mir nen Abzug 😀
Das war an sich schon das größte Ereignis des Tages, was mir selbst wiederfahren ist.
Das Wetter am Sonntag war so toll, dass es gegen Nachmittag so voll wurde, das alle Stände mit warmen Mahl schon um 16 Uhr restlos ausverkauft waren! Selbst das Restaurant am Berg hatte kaum noch Essen anzubieten, da die meisten aus Hunger eben dieses besucht hatten. (Zum, Glück hatte ich schon reichlich gefrühstückt und ich kann mich zur Not auch mit Trockenobst durchs Leben schlagen. Naschbude sei Dank! Und nein ich bin kein vegetarischer Wolf xD Ich fresse nur, was sich gerade anbietet ^^)
Es waren so viele Familien unterwegs, das man kaum durch den Burghof schreiten konnte, ohne an irgendjemanden anzuecken – geschweige denn das man durch die engen Wehrgänge kam ohne das sich alles mehrere Meter gestaut hat.
Ich vertrieb mir noch die Zeit mit meinen neuen Burgfreunden, spielte mit einigen Kindern Fangen (die können echt auf Knopfdruck heulen und wieder aufhören! ;)), knipste ein paar Fotos, filmte ein paar Schaukämpfe (Frauen an die Macht!) und beobachtete mit Freuden das Treiben der Orks. (Orks sind ein tolles Volk :D)
Als der Herold die Märchenstunde ausrief war ich allerdings gleich wieder verschwunden und eilte in die alten Burgmauern. Wie soll ich sagen. Ich liebe Märchen! Und das nicht nur als Kind, sondern auch jetzt noch als Erwachsene. Er erzählte und zwei wunderbare Märchen aus dem Morgenland. Einmal vom „Einbeinigen Kranich“ und „Warum man sich waschen sollte“ *gg*
Mit der verzweifelten Suche nach nahrhaftem Essen war dies eines der letzten Ereignisse des Tages.
Als ich dann am Abend Zuhause war, war ich auch froh die Couch und eine warme Decke zu sehen. Ich war todmüde und ein wenig Durchgefroren *gg* (Wir hatten ganze 14 Grad und ich war leider noch nicht im Besitz eines Umhangs!)

Eins steht fest: Hardenburg, dich sehe ich nächstes Jahr wieder! Meine Hochachtung an alle Schausteller und das tolle Ambiente vor Ort! Bad Dürkheim ist auf jeden Fall ein Reiseziel, das sich zu 100% lohnt! Und ich freue mich auch darauf alle Schausteller und neuen Freunde wieder zu sehen 😉 (Und der „Hau den Lukas“ wird nächstes Jahr auch wieder in Angriff genommen!)

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2 Antworten zu “Hardenburg in Bad Dürkheim 30 September 2012 / Tag 2

  1. Vanessa (schwarzer Wolf mit weißem Streifen)von der hardenburg

    Da freu ich mich aber wenn du nächstes Jahr wieder kommst.
    Bestimmt bis dahin habe ich meinen Plan durchgesetzt und kann auf vier Pfoten den berg erklimmen.gg
    Was wir aber auf jeden Fall tun müssen ist uns treffen wegen der maske und um eine Sache die ich hir nicht fragen will.
    Ich hoffe das das irgendwie klappt.
    Lieben Gruß Vanessa (Wolf noch ohne Namen)
    Ps.Ich habe endlich den beweis das odin Wölfe hatte Geri und Freki.

    • Hi Wolf ohne Namen 😀
      Sag ja das Odin Wölfe und Raben hatte ^^ (Wusste nur nicht mehr wie sie hießen – zumindest Freki war mir auf dem Markt noch eingefallen :D)
      Können wir machen ^^
      Weiß nur nicht, ob das mit dem Treffen dieses Jahr noch was wird *gg* Denke wohl eher nächstes Jahr 😉
      Ansonsten machen wir das so, die nächsten Märkte die ich besuchen will kündige ich an und dann kannst mich ja noch mal anschreiben ^^
      Ansonsten: Du weißt wo meine E-Mailadresse steht 😉
      Ich für meinen Teil bleibe ein Anthropomorphes wesen ^^
      Da ich gerne mit Schild und Schwert unterwegs bin (Schild Marke Eigenbau wird wohl erst wieder nächstes Jahr werden) wäre das auf 4 Füßen etwas schwierig xD

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