Wie man seinen Meister nicht beschützt – Mythodea

falk Wie man seinen Meister nicht beschützt
Nachdem mein Meister mich immer Seite an Seite mit dem Schild begleitet hatte, fand er das es an der Zeit war, das ich mich ein bisschen um mich und alle anderen kümmerte. Sozusagen als Leibwächter für meinen Meister fungierte. Er nahm Bogen und Köcher in die Hand, ließ seine komplette Rüstung im Lager zurück und für die Verteidigung im Notfall hatte er noch das Katana eingesteckt. Ganz auf einen blutigen Anfänger wollte er sich dann doch nicht verlassen.
Doch das war nicht der einzige Plan für diesen Moment. Er wollte noch ein Paar Bogner für unsere Gruppe gewinnen und da direkt hinter unserem Zelt zwei junge Bognerinnen lagerten, hatte er sein Ziel auch prompt gefunden.
Als wir im Schatten der Bäume an der Lichtung rasteten, stießen wir auch auf eben jene Geschwister und mein Kampfmeister begann sofort damit sie zu rekrutieren. Schnell war klar, man wollte das gegenseitige Können begutachten und überlegte, was man denn als Ziel verwenden konnte.
Sofort fiel mir mein Schild mit dem kleinen Buckel ein und ich bot mich den Jungen Damen und meinem Meister als Ziel an. Das Schild war groß genug um im Sitzen meinen kompletten Körper zu verdecken. Und außerdem konnte ich so im schatten der Bäume die Mittagshitze ganz angenehm überdauern.
Gesagt getan. Mit den zwei jungen Damen im Schlepptau schlenderte mein Kampflehrer davon und ich verschanzte mich hinter dem Schild. Nach einigen Minuten sah ich die ersten Pfeile an mir vorbei fliegen, spürte aber auch die Treffer, welche das Schild zum vibrieren brachten. Manche dieser Pfeile schlugen recht wuchtig ein und ich fragte mich, ob dies die Pfeile des Kampfmeisters oder die der Bognerinnen waren.
Während ich noch grübelte, wer von ihnen die meisten Treffer erzielte, kam aus dem Schatten der Bäume ein entsetzter und aufgebrachter Goblin hervor. Er konnte nicht glauben, dass die Menschen ein anderes Wesen für ihre Zielübungen missbrauchten, fand das wiederum typisch menschlich und sah ungläubig zu den Bognern herüber. (Grüße an den besagten Goblin! Ich liebe euch grünen Kerle :D)
Als ich ihm erklärte, das ich dies aus freien Stücken tat, eben um meinem Meister die „Rekrutierung der Bognerinnen“ zu ermöglichen, war der Goblin erleichtert. Erklärte aber im selben Atemzug, dass er sich selbst schon gegen Kupfer als Ziel verkauft hätte. Bei ihm hingegen trafen die Bogner kein einziges mal. Die Pfeile waren alle munter und fröhlich um ihn herumgeflogen.
Ich fragte mich in diesem Augenblick, ob der quirlige Kerl das mit oder ohne Schild getan hatte und ob die Bogner bewusst um ihn herum geschossen hatten. Ich bewunderte den Mut dieses kleinen grünen Wesens.
Hätte ein Fremder mich für Kupfer gefragt, ich wäre mir nicht sicher gewesen, ob ich diese Aufgabe angenommen hätte (insbesondere nach meinen Begegnungen mit einigen Siedlern aus dem Ostlager …). Obwohl … mein Kupferbeutel war sehr leer … vielleicht würde ich irgendwann doch einmal Aufträge dieser Art annehmen.
Nachdem der Hagel endete, begann das Auflesen der verstreuten Pfeile und unter unseren Bognern das Fachsimpeln. Als wir uns wieder in den Schatten der Bäume bei der Lichtung zurückzogen, erschien plötzlich vom Weg, der zu den Wasserfällen und der Stadt führte, ein Trupp Pestilenz mit einer Handvoll Untoter, die genau auf das Wasserlager zuhielten.
Ich hatte großen Respekt vor der Pestilenz, die Krankheit und schlechte Atemluft verteilten … Schlimmere noch als die Untoten selbst. Mein Kampfmeister meinte einmal zu mir, dass es von Vorteil sei, die Pestilenz aus der Ferne mit den Pfeilen zu beschießen und so hatte ich keine sonderliche Lust mich diesen Wesen zu nähern.
Schnell starteten diese Monster mit ihrem ersten Angriff, dem ein Krieger an der Palisade zum Opfer fiel. Ich wollte ihn dort nicht liegen lassen und erinnerte mich daran, dass uns mein Kampfmeister nach einem unschönen Erlebnis in der Schlacht mit einigen Tränken eingedeckt hatte. Mein Ziel war es, nachdem der gegnerische Trupp wieder zurück zu unserem Lagertor wanderte, den verletzten zu versorgen und ich ließ mein Schild zurück …
Das war mein erster Fehler. Als ich gerade an dem verletzten heran war, wandten sich die Untoten und die Pestilenz zu mir um und gingen zum Angriff über. Aufgescheucht wie ein Welpe sprang ich auf und hörte auf die eindringlichen Rufe meines Meisters, sofort den Rückzug anzutreten. Doch diese untoten Biester waren schnell!
Die Gegner hatten mich fast eingeholt, als ein schützender Pfeilhagel auf sie niederging. Ich schickte ein geistiges Stoßgebet an meine Ahnen, erreichte meinen Meister, die Bognerinnen und mein Schild und nahm Letzteres sofort wieder an mich. Augenblicklich sank ich auf die Knie und bildete, wenn auch nur einen sehr kleinen, aber wenigstens einen Schutzwall für meine Bogner und die Untoten drehten erst einmal ab.
Als ich wieder den Überblick über die Lage bekam, sah ich, dass sich ein paar Heiler um den gefallenen Krieger versammelt hatten und diesen versorgen wollten, doch leider bemerkten das die Untoten und die Pestilenz ebenfalls …
Entsetzt sah ich mit an wie die Untoten zum Angriff über gingen und den Heiler niederstreckten. Ich hörte meinen Meister noch rufen ich solle vor und ihnen helfen und rannte sofort los. Kaum bei den verletzten angekommen machte die einzige Unverletzte kehrt und rannte davon. Rückwerts eilend trat ich gegen den Untoten an, der wie ein wahnsinniger auf mich zugeschossen kam, und konnte ihn dennoch zurückschlagen.
Bei meinem Meister angekommen ging ich wieder als Bollwerk in die Knie und da sah ich den Koloss von Pestilenzler auf uns zustürmen. Er war riesig, stank nach Pest und Tot und eilte unaufhaltsam auf uns zu. Erschrocken sprang ich auf, erwartete den wuchtigen Angriff mit gelähmten Gliedern – und sah wie der Pestilenzler an mir vorbei stürmte …
Mein Meister versuchte verzweifelt den Bogen wegzustecken und sein Katana zu ziehen, während er zu schreien begann. Ungläubig sah ich meinem Meister nach, wie er mich, mit dem Pestilenzler im Schlepptau, umkreiste und dann nach mir schrie: „Falk! FAAAAALK! Jetzt tut doch etwas!!!“
In der Sekunde wurde mir wieder bewusst, dass es heute meine Aufgabe gewesen war, auf meinen Meister aufzupassen. Aus der Paralyse erwacht prügelte ich auf den Pestilenzler ein und schickte ein paar Stoßgebete zu meinen Ahnen, dass mein Meister ebenfalls ein Meister des Ausweichens war, denn der Pestilenzler traf ihn zu meinem Glück nicht ein einziges Mal!
Was für eine Schande, das ich meine Pflichten als Beschützer so katastrophal nachkam!
Als der Angriff überstanden war und die anderen vertröpfelten Pestilenzler und Untoten aufgerieben waren, durfte ich mir eine gerechtfertigte Standpauke anhören, dass ich so etwas nie wieder tun dürfte … (Der Witz war ich war auch OT von diesem riesen Pestilenzler erschrocken, was wohl der Hauptgrund meiner Paralyse gewesen sein dürfte xD Trotzdem ein geniales Erlebnis xD)
Zu meinem Glück konnte ich später lachend von diesem Geschehen berichten. Nur mein Meister lauschte diesen Worten mit zuckendem Augenlied und blieb auf sein Rauchkraut fixiert.
Ja, mein Meister hatte mit mir schon seine liebe Not …

In einem späteren Kampfverlauf, als wir gegen die Untoten kämpften, die absolut in Platte und Kette gehüllt waren, machte ich meinen Fehler wieder gut. Ein Hochschild tragender Vollplatten-Untoter brach aus der Reihe aus und hatte es, genau wie das letzte Mal der Pestilenzler, direkt auf die Bogner abgesehen. Doch dieses mal stemmte ich mich mit meinem Schild dagegen und wir gingen gemeinsam mit den anderen Siedlern erfolgreich aus der Schlacht hervor!

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Zu guter Letzt: Es gab tatsächlich noch ein Foto von mir aus Mythodea! Ich bin so happy, das ich ausgerechnet dieses Foto wirklich noch zu Gesicht bekommen habe! Es entstand im OT Bereich, als ich gereade vom Einkaufen kam mit einemn Leihschwert. Da ich keine Daten mit der Photographin ausgetauscht hatte, hätte ich nie gedacht es einmal zu Gesicht zu bekommen und gestern wurde ich von Freunden überrascht XD
Danke an die Photographin und Danke auch an die beiden Krieger, die es mir haben zukommen lassen 😉
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