Geh Spielen!

falk Halli Hallo mein eifriger Leser und meine eifrige Leserin 😀 Mann ist das wieder lange her, das ich einen Beitrag gepostet habe – puh, wo kommen wir denn da nur hin, wenn ich so weiter mache? Kann ja nix werden, wenn ich nie was poste! ;D *hihi*

Also: „Geht spielen!“ – ich brauch noch ein wenig Zeit für neue Beiträge! Und da hab ich doch glatt einen tollen Tipp für euch: Spielt „Go“! Also Go!

Nein halt! Nicht von der Seite verschwinden *lach* es geht um das Spiel „Go“ mit diesen weißen und schwarzen Steinchen 😉 Sieht ein bisschen aus wie Dame, aber es ist kein Hüpfspiel, sondern ein forderndes Strategiespiel. Und im Gegensatz zu Dame und Schach wird das Spiel nicht auf den quadratischen Feldern, sondern auf den Schnittpunkten der sich kreuzenden Linien gespielt. Die Quadrate des Spielfeldes sind gleichfarbig und es entsteht nicht das übliche Schachbrettmuster. So hat ein Brett mit 8×8 Quadraten 9×9 Schnittflächen und du somit 81 mögliche Setzpunkte für deine Steine.
9x9 Go AnfängerbrettDas 9×9 Brett ist auch das Anfängerbrett und reicht für die Übungen aus. Ich hätte es nicht gedacht, aber es ist am Anfang wirklich wesentlich übersichtlicher!
Vor ein paar Tagen habe ich mir ein 13×13 Brett gebaut und merke den Unterschied deutlich.
Achtung Feucht! Nicht anlangen oder Salz drüber streuen! :D

Achtung Feucht! Nicht anlangen oder Salz drüber streuen! 😀

Wenn man auch damit gut zurechtkommt, wird es Zeit für das 19×19 Brett und dieses Spiel kann sich, je nach Spieler, einige Stunden hinziehen.

Der Spielverlauf:
Bei Go geht darum, so viel Gebiet wie möglich für sich abzustecken. Ähnlich einem Bauern, der seine Felder mit Zäunen versieht. Schwarz beginnt und legt seinen Stein traditionell irgendwo in die rechte obere Ecke des Spielfeldes (von sich aus gesehen), darauf legt Weiß irgendwo auf dem Feld einen weiteren Stein und so geht das dann immer im Wechsel weiter. Man darf die Steine an jede beliebige freie Schnittstelle des Spielfeldes legen. Das geht solange, bis keine vernünftigen Züge mehr übrig sind (darüber einigen sich beide Spieler). So viel zum Spielverlauf 🙂

Die Regeln des Go:
– Die Freiheiten eines Stein.
freiheit4-2Je nachdem an welcher Stelle des Feldes ein Spielstein liegt, hat er (solange keine anderen Steine angrenzen) 2 – 4 „Freiheiten“. Wie man sieht ist es eine schlechte Idee, den Stein an den Rand, oder in die Ecke zu legen. Verliert ein Stein seine Freiheit, kann man ihn Fangen oder Schlagen! Je weniger Freiheiten ein Stein hat, umso schlechter für den Stein 😉
Liegen Steine zusammen, wie die drei Steine in der rechten oberen Ecke, zählen sie als Gruppe und haben gemeinsame Freiheiten. Man kann auch Steingruppen schlagen, doch das ist erheblich schwerer.

– Steine Fangen und Schlagen
fangen und schlagenHier sieht man einen schwarzen Stein, der all seine Freiheiten verloren hat. Dieser gilt als geschlagen und wird vom Spielfeld genommen und Zählt als Punkt für den Gegner. Weis hat somit nicht nur einen Schnittpunkt erobert, sondern auch einen Stein des Gegners.

fangen und schlagen2Man kann, auch Gruppen fangen, doch das ist wesentlich schwerer. Hier auf dem Bild hat es Weiß geschafft eine schwarze in sich geschlossene Gruppe von außen einzukesseln. Der wichtige Punkt hierbei ist, das schwarz lediglich eine Schnittstelle in seinem inneren frei hat. Dies Zählt als „Gruppe mit einem Auge“ und ist, egal was schwarz nun tut verloren. Legt Weiß einen Stein in die Mitte, verliert Schwarz seine letzte Freiheit und wäre somit geschlagen. Würde schwarz einen eigenen Stein in die Mitte legen, würde er sich in den Selbstmord schicken, da er seine letzte Freiheit verlieren würde.

– „Selsbtmord“ und „Ko“ Regel (Hey, ich hab den Namen nicht gewählt, es gibt wirklich eine Selbstmordregel im Go 😉 und nein es heißt nicht K.O. sondern Ko!):
selbstmordregelLinks liegen 4 schwarze Steine um einen Schnittpunkt verteilt. Hier dürfte nun Weiß keinen Stein in die Mitte legen, denn sonst würde es sich in den „Selbstmord“ begeben, da Weiß keinerlei Freiheiten mehr hätte. Ergo wäre der weiße Stein geschlagen und käme sonst vom Feld.
Auf der rechten Seite hingegen hat weiß einen der schwarzen Steine umzingelt und ins „Atari“ (Bedrohung) gesetzt. Hier darf Weiß einen Stein in die Mitte legen und den schwarzen Stein somit schlagen.
An dieser Stelle tritt die „Ko“-Regel in Kraft. Der Gegenspieler darf an dieser Stelle den weißen Stein nicht zurückschlagen, da es ansonsten zu einer Endlosschleife kommen würde. Er muss also zunächst einen anderen Schnittpunkt zum setzen seines Steines wählen. Wenn Weiß jetzt allerdings seine neue Stellung nicht schützt, indem es einen weißen Stein in die Mitte legt, darf Schwarz nach dem Zug von Weiß zurück schlagen.
Ausnahme: Ergäbe sich die Möglichkeit, das Schwarz statt des einen Steines sofort mehrere Steine schlagen könnte, so darf er sofort zurückschlagen 😉

– Sichere Steingruppen:
AugenAls sichere Steingruppen zählen solche mit 2 Augen. Hier kann Weis keine einzelnen schwachen Steine herausbrechen, da die Schwarzen Steine als eine Stabile verbundene Kette zusammenhängen. Selbst beim umzingeln der Gruppe durch Weiß würde Weiß Selbstmord begehen, wenn sie einen Stein in eine der offenen Schnittpunkte setzt, da sie eben keinen anderen Stein damit schlagen kann.

4 LebenDann gibt es noch die Regel „4 in einer Reihe Leben“ (Dasselbe gilt für 5 in einer Reihe). Wie man sieht hat Weiß eine stabile Wand gebildet, die 4 freie Schnittpunkte umschließt. Diese kann vom Gegner nicht mehr geschlagen werden und ist sicher. Dasselbe gilt für die 5 in einer Reihe, da diese sich auch ganz Leicht in ein zwei Augen Gebiet einteilen lassen würde (je 2 Schnittstellen pro Auge) 😉 Egal was der Gegner bei dieser Stellung tut, er würde immer unterliegen, wenn er versuchen würde diese Reihe zu fangen.

– Falsche Augen: (nein kein Glasauge, kein Cyborg-Auge und auch kein Fischauge xD)
falsche augenAls falsche Augen bezeichnet man Steingruppen, die zwar zwei freie Flächen haben, aber nicht ausreichend verbunden sind. Somit können diese Ketten zerrissen werden. Links kann man die Gruppe mit den Zwei Augen erkenne und sieht sehr schnell, das die rechte Hälfte an 2 Stellen angreifbar ist. Hätte Weiß den schwarzen Stein wie rechts zu sehen ist umzingelt, bestünde für Weiß nun die Möglichkeit den Stein zu schlagen und somit die Gruppe zu zerstören.

– Schlagen vor Selbstmord: (Wehrt euch!)
schlagen vor selbstmordHier haben wir einen besonderen Fall. Weiß hat versucht schwarz zu umzingeln und schwarz hat nur noch eine Freiheit. Schwarz ist in dieser Runde dran. Frage: Darf er nun den Stein legen? Oder hätte er sich dann selbst vernichtet?
In diesem Fall darf schwarz einen Stein an die leere Stelle setzen, da er auch Weiß die komplette Freiheit nehmen würde und somit 4 Freiheiten erobern könnte. Uh und da sind wir bei der Sonderregel mit den 4ren, die immer Leben … Win Win für Schwarz!
Anders sähe es aus, wenn Weiß dran gewesen wäre. Hätte sich Weiß verbunden wäre Schwarz komplett eingekesselt und hätte alle Freiheiten verloren.

– Gebiete Abstecken:
An sich habt ihr ja schon gesehen, wie Gebiete abgesteckt werden, dennoch geh ich hier nochmals darauf ein 🙂 In China gibt es dafür ein Sprichwort: „Die Ecken sind Gold, der Rand ist Silber und die Mitte Stroh“.

• Gas Gold in der Ecke: (welche? verratet mir woh! *_*)
eckegoldDie Ecken sind deswegen Gold, da man zum Abstecken eines Gebietes lediglich zwei Wände aufbauen muss. Der Rand des Spielfeldes fungiert als natürliche grenze und muss nicht besetzt werden.

• Der silberne Rand:
randsilberWie man an der Viererkette sehr schön sehen konnte, braucht man für den Rand 3 Wände, um ein Gebiet für sich abzustecken. Trotzdem hab ich jetzt ein anderes Bild genommen ;D

• Das Stroh in der Mitte:
strohdachDer Logik folgend, brauch man nun 24 Wände (:D) Genau wie auf dem Bild angezeigt. (Wer findet den Fehler im vorherigen Satz?) Da man hier mehr Steine aufwenden muss, wird die Mitte als Stroh bezeichnet.

– Spielende:
auswertung
Tja, und so kann das Spiel am Spielende aussehen. Sowohl Weiß, als auch Schwarz haben beide Gebiete erobert.
Rechts neben dem Spielfeld wurden die geschlagenen Steine gesammelt. Wie man sehen kann, hatte Weiß weniger Geschick und hat eine große Steingruppe verloren, während Schwarz nur auf einen Stein verzichten musste.
Die Hellblau markierten Felder markieren die Reviere von Schwarz während die Roten das Revier von Weiß markieren.
Wenn man nun alle Schnittpunkte zusammen zählt, kommt Schwarz auf 26 Felder, minus einen Punkt macht 25 Punkte. Weiß hingegen hat 15 Schnittpunkte, muss aber leider auch 9 Steine Abziehen. Macht 6 Punkte. Schwarz gewinnt mit einem klaren Punktevorteil. (PS: Man kann zum auszählen die geschlagenen Steie auch in die jeweiligen Reviere zurücklegen, dann muss man sie am Ende nicht mehr abziehen, aber ich dachte ich lass euch jetzt einfach mal mitrechnen 😉 :p)
Der Blau eingekringelte Part markiert ein neutrales Gebiet, das weder von Weiß noch von Schwarz eindeutig umringt wurde – aber das konntet ihr euch sicher schon denken 😉

gameboard

Na? Wer hat es bis ans bittere Ende durchgehalten? Wer hat den Wahnsinn verstanden? Hab ich noch irgendwas vergessen? Meldet euch 😀
Ich versuche solange die Mitte des Himmels zu finden ^^ (Oder das Gold in der Ecke … *Ich trete die Tür ein und finde …)

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2 Antworten zu “Geh Spielen!

  1. Ich hatte selber mal Go eine Weile gespielt –
    das braucht aber Zeit.
    Meistens aber online, da sich niemand dem unvertrautem Spiel einfach anvertrauen wollte.
    Gibt auch einen guten Manga zum Spiel „Hikaro no Go“, da sind auch einige interessante Trickzüge zu lernen.

    Und schon Mitspieler Go beigebracht?

    • Hi hi ja 😀 Mein Mann ist der Erste gewesen ^^ mein Neffe der Zweite und wenn ich am WE in die Heimatlande fahre, dann werden weitere Opfer geschnappt 😀 Ich spiel aber auch gern mal ne Runde gegen mich selbst ^^
      Eins hab ich auf jedenfall gemerkt, man braucht bei dem Spiel wirklich Ruhe, sonst wird das nix 😉

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